Daemonie
Gastspiel / Berliner Erstaufführung

Die Dämonie der Liebe

Martin Heidegger + Hannah Arendt
von Ralph Günther Mohnau

Musik: Matthias Raue
Mit: Celia Hirt, Jochen Nötzelmann

Eine rätselhafte Liebesgeschichte zweier leidenschaftlich Denkender, die trotz ihrer politischen Differenzen hielt.

Das Stück wurde mit dem Heidelberger Theaterpreis bei den 18. Heidelberger Theatertagen 2015 ausgezeichnet.

Aus der Laudatio anlässlich der Siegerehrung:

Wie kann man diesen beiden Figuren in ihrer Komplexität gerecht werden, ohne dass aus dem Theaterabend eine Philosophie-Vorlesung oder eine banale Liebesgeschichte wird?

Heidegger wird uns gezeigt als Philosoph, zerrissen zwischen nationalsozialistischer Ideologie und kritischem, freien Denken. Als Ehemann, zerrissen zwischen Konvention und Leidenschaft. Und als Mensch, der der Komplexität des Seins in seiner Zeit nicht gerecht werden konnte.

Als Hannah Arendt vor dem Vorhang in Erscheinung tritt, entwickelt sie sich auf der Bühne von einer hingebungsvollen Studentin zu einer unabhängigen Frau, die die private und zeitgenössische Problematik nicht nur zusammenzuführen, sondern auch zu überwinden weiß. Arendt befreit sich, löst sich in einem emanzipatorischen Akt.

Die Darsteller schaffen es, den gesamten Bühnenraum für Ihre eindrucksvolle schauspielerische Darbietung zu öffnen und in einen intimen, privaten und öffentlichen Raum zu verwandeln.